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Problem: Feuchtigkeit zieht über den Balkon in die Innenwände

Problem: Feuchtigkeit zieht über den Balkon in die Innenwände

Feuchte Wand

© mauertrocken – flickr.com

Ein Balkon bietet eine Schnittstelle zur Natur und bietet frische Luft, im Sommer Sonnenschein und manchmal einen schönen Ausblick. Er lädt zu gemütlichen Abenden im Kreise der Familie ein und sollte ein Ort der Ruhe und Entspannung darstellen. Pflanzen können hier gedeihen und sich prächtig entfalten. Für viele Menschen ist ein Balkon ein wichtiges Kriterium auf der Suche nach einer Wohnung und wollen nicht auf diesen verzichten.

Leider bietet ein Balkon nicht nur Vorteile. Er kann auch zu einem gewaltigen Problem werden. Bei nicht fachgerechter Anbringung des Balkons, kann dieser zu einem wahren Plagegeist werden. Er ist täglich den Witterungsverhältnissen ausgesetzt und muss von der Bauart und den verwendeten Materialien diesen dauerhaft standhalten können. Wenn dies nicht der Fall ist, besteht die Gefahr, dass auch die Wohnung in Mitleidenschaft gezogen wird.

Ein häufiges Problem ist, dass Wasser vom Balkon in die Innenwände der Wohnung zieht. Dies schwächt das Gemäuer und kann zu einem Pilzbefall führen. Grund dafür ist meistens, dass kein ausreichendes Gefälle in den Balkon gearbeitet wurde. Niederschlag sammelt sich so und kommt in Kontakt mit der Mauerwand. Dies sorgt dafür, dass langfristig der Putz Schaden nimmt und das Wasser in die Wand eindringen kann.

Dieses Problem kann in der Regel oberflächlich schnell und günstig beseitigt werden, wird aber leider immer wieder unterschätzt. Dies führt zu einer Verletzung der Dämmung, was zu Wärmestau im Sommer und hohen Heizkosten im Winter führt.

Ursachen für Feuchteschäden

Gerade im Sommer bietet der Balkon für viele Menschen die ideale Erholungsoase. Dazu muss man nicht einmal das Haus oder die Wohnung verlassen. Gerade in großen Städten sind Bewohner von Balkonen begeistert. Es ist allerdings sehr ärgerlich, wenn der Balkon in einem sehr schlechten Zustand ist. Die Nutzung wird dabei häufig eingeschränkt. Das Ausmaß von abgeplatzten Fliesen, Schäden an den Oberflächen und Ähnlichem ist enorm. Dabei gibt es sowohl offensichtliche Schäden als auch versteckte Schäden, die nicht direkt erkennbar sind. Optische Schäden führen meist zu den gefährlicheren und später auch gesundheitsgefährdenden Feuchteschäden, die auch in den Innenraum eindringen können.

Oftmals sind die genannten Schäden an der Balkonoberfläche, Auslöser für folgende Feuchteschäden. Aufgrund hoher Beanspruchung und mehrmaligem Nutzen entstehen Probleme, die viel weitreichender sind als zunächst vermutet. Durch etwaige Risse, kaputte Bodenplatten oder defekten Anschlüssen zwischen Boden und Wand kann die Feuchtigkeit in die Bausubstanz des Balkons eintreten. So sind auch angrenzende Bauteile oder sogar das Innere des Gebäudes betroffen.

Gerade im Winter besteht die Gefahr, dass das angesammelte Wasser gefriert und sich anschließend ausdehnt. Infolgedessen kommt es zu hohlliegenden oder sogar abgesprengten Fliesen. Zudem können sich die Beschichtungen des Balkons lösen oder der Putz an den Wänden platzt gänzlich ab. Diese Schäden sind nicht nur ein Problem für die Optik, sondern führen auch zu erheblichen Beeinträchtigungen im Nutzen der Balkonfläche.

Eine der häufigsten Ursachen ist die mangelhafte Abdichtung des Balkons. Wenn diese fachmännisch und ordentlich durchgeführt worden ist, sollte es zu keinem Problem kommen. Der Fokus liegt hier allerdings auf den Anschlussbereichen. Werden diese nicht fachgerecht ausgebildet, kann es zu etwaigen Rissen kommen. Eine Abdichtung sollte ordentlich gemäß DIN 18531 Teil 5 angebracht werden. Das heißt, sie muss noch 15cm weiter nach oben angebracht werden. So wird das Eindringen von Wasser bzw. Feuchtigkeit durch Spritz- oder Oberflächenwasser vermieden.

Folgeschäden aufgrund eintretender Feuchtigkeit

Kommt es zur fehlerhaften Installation von Anschlussabdichtungen zu den Innenräumen des Hauses kann die Feuchtigkeit nach dorthin eintreten. Vorkommende Schäden, gerade an den Wand-Sohlen-Anschlüssen, sollten auf keinen Fall ignoriert werden. Es ist umgehend ein Fachmann zu informieren, der zur Untersuchung des Balkons vorbeikommt. Wird das Problem nicht beseitigt, dann kommt es zum Übergang der Feuchtigkeit in die angrenzenden Wände und Wohnbereiche. Möglich ist auch das Eindringen von Wasser in den Estrich. Die Feuchtigkeit kann dort nicht nur zu Abplatzungen von Putz führen, sondern auch zu Schimmelbefall. Gerade diese Schäden, die optisch nicht direkt erkennbar sind, führen zu einer notwendigen und äußerst teuren Sanierung des Gebäudes.

Außerdem kann es zu Abplatzungen des Betons kommen. Durch die Ausdehnung des Volumens der Stahlkorrosion ist dann nicht nur eine Balkon- sondern auch eine Betonsanierung nötig. Aufgrund der Korrosion können enthaltene Bewehrungseisen anfangen zu rosten. Darauf folgt die Ablösung dieser vom Beton. Der Balkon fängt somit allmählich an zu bröckeln und könnte einstürzen. Genau dann ist es von dringender Notwendigkeit, auch den Beton zu sanieren. Ansonsten ist die Tragfähigkeit zu sehr beeinträchtigt.

Wie man die Feuchtigkeit von den Innenwänden fernhält

Wenn die Wand Wasser von Balkon zieht, liegt dies meistens an einem fehlenden Gefälle des Balkons, welches für einen Abfluss des Regenwassers sorgt. Dies ist ein gravierender Baumangel und sollte von der Baugesellschaft getragen werden.

Oft wird versucht, dieses Problem mit einem Schutzblech, oder speziellem Putz zu lösen, doch dies bekämpft lediglich die Symptome, nicht die Ursachen des Problems. Die nachhaltige Lösung des Umstandes ist die Nachbesserung des Balkons und somit der Einbau eines Gefälles. Dies ist auf verschiedene Arten denkbar. Eine Möglichkeit ist, dass der gesamte Balkon wird umstrukturiert und ein Gefälle, welches von der Hauswand hinweg verläuft, wird geschaffen.

Die andere Möglichkeit ist, dass eine Abflussrinne installiert wird, die das Regenwasser von der Hauswand wegleitet und somit verhindert, dass die Innenwand Wasser vom Balkon zieht.

Sollte die Wand aber zum Zeitpunkt der Baumängelbehebung bereits Wasser gezogen haben, so muss die feuchte Wand saniert werden (weitere Informationen). Sollte keine Sanierung der Wand durchgeführt werden, so kann trotz der nicht mehr vorhandenen Ursache des Problems der Schaden größer werden. Ein schnelles Handeln ist also gefragt.

Was tun, wenn es bereits zu spät ist?

Wird der Schaden nicht direkt erkannt, kann eine nötige Balkonsanierung meist nicht mehr verhindert werden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie den Balkon ideal abdichten, um nie wieder ein Problem mit Feuchtigkeit haben zu müssen. Die Tipps und Tricks sind dabei nicht nur für das Eigenheim, sondern auch für Vermieter sinnvoll.

Bevor es an das Abdichten des Balkons geht, kommt es zur Freilegung des Betons. Hier wird also der gesamte Bodenbelag entfernt. Aufgrund der Tatsache, dass Feuchtigkeit auch durch Bohrlöcher eindringen kann sollten dabei zusätzlich das Geländer und die (falls vorhanden) Regenrinne abgebaut werden. Später können die Bohrlöcher dann abgedichtet werden.

Ist die Balkonplatte erst einmal freigelegt, dann werden sowohl die Festigkeit als auch die Saugfähigkeit überprüft. Hierbei wird mit einem Schraubenzieher unter starkem Druck über den vorhandenen Beton gekratzt. Entsteht hierbei eine große und tiefe Rille, dann ist die Festigkeit nicht mehr ausreichend. Um die Saugfähigkeit zu prüfen, wird Wasser auf den Balkon geschüttet. Zieht dieses innerhalb kurzer Zeit ein, dann ist der Untergrund zu saugfähig. Die Behebung der Probleme erfolgt anschließend durch eine Grundierung mit Tiefengrund oder durch das ausreichende Abschleifen des Betons. Nach der Säuberung sollte man alles gut durchtrocknen lassen.

Um das Abfließen des Regenwassers zu gewährleisten, werden Balkone mit einem Gefälle von ein bis zwei Prozent gebaut. Dieses Gefälle richtet sich von der Hauswand weg. Ansonsten würde sich das Wasser aufstauen und starke Feuchteschäden an der Fassade verursachen. Wenn das Gefälle nicht ausreicht müssen Spezialisten ein solches bereits vor der Anbringung der Balkonabdichtung herstellen. Dafür wird ein sogenannter „Randdämmstreifen“ an der Hauswand angebracht. An diesem wird anschließend eine dünne Lage Ausgleichs- oder Gefällemörtel verarbeitet. Danach können weitere Schichten Mörtel folgen, die zuletzt mit einem Richtscheit abgezogen werden.

Die Abdichtung des Balkons ist entscheidend

Anschließend kommt es zur Abdichtung des Balkons. Hierfür wird der Dichtungsanstrich angerührt. Werden Dichtungsmassen auf Mörtelbasis verwendet, dann wird Mörtel gemeinsam mit einem Flex-Zusatz vorbereitet. Es eignet sich dabei eine Bohrmaschine mit einem Quirlaufsatz. Ist der Anstrich bereit, dann kann man mit der Abdichtung beginnen. Hierbei wird zuerst die Anschlussstelle zwischen Balkon und Wand bearbeitet. Dieser Streifen muss sowohl auf dem Balkon als auch an der Hauswand ca. 15cm breit sein. Die Masse muss dabei unbedingt noch feucht sein, um das Dichtband einlegen zu können. An allen anderen Ecken und Rändern des Balkons wird ebenso verfahren. (z.B. bei einem Betongeländer). Ist dieser Vorgang abgeschlossen wird die gesamte Balkonplatte mitsamt des verlegten Dichtungsbandes überstrichen. Man sollte hier entweder einen Quast oder eine Malerrolle verwenden.

Der Anstrich muss in den meisten Fällen in mehreren Schichten angelegt werden. Jede einzelne Schicht muss jedoch für mindestens vier Stunden trocknen. Wird Dichtungsmörtel verwendet, dann kann dieser für die nächste Schicht mit weniger Anteilen des Flex-Zusatzes vorbereitet werden. Hierzu eignet sich eine Glättkelle (kein Quast, keine Malerrolle).

Nachdem jede Schicht und somit der gesamte Dichtungsanstrich getrocknet ist können abgebaute Teile, wie beispielsweise das Geländer oder die Regenrinne wieder montiert werden. Auch hier kommt man über die Nutzung einer Abdichtung nicht herum. So wird das Eindringen von Feuchtigkeit durch etwaige Bohrlöcher gänzlich verhindert. Zuletzt wird ein neuer Bodenbelag verlegt (außer es wurde Flüssigkunststoff verwendet). Hierbei kann der Eigentümer Fliesen nutzen. Die Verlegung im äußeren Bereich des Hauses ist auch für Einsteiger geeignet. Das einzige Material, das neben den Fliesen oder Balkonplatten benötigt wird, ist ein Fliesenkleber. Dieser sorgt für den idealen Halt der Platten. Die Fliesen werden dicht aneinandergelegt und anschließend mit einem Gummihammer festgeklopft. Ist der Kleber getrocknet, dann werden noch weitere Sockelfliesen verlegt. Nachdem diese einige Tage lang getrocknet sind, können die übrig gebliebenen Fugen mit witterungsfestem Silikon abgedichtet werden.

 

4 Kommentare

  1. Bei uns in der Wohnung gab es auch ein Problem mit der Feuchtigkeit an den Wänden und wir mussten eine spezialisierte Firma rufen, um diese abdichten zu lassen. Es lag tatsächlich an einem fehlenden Gefälle des Balkons, welches für den Abfluss des Regenwassers sorgen sollte. Mir war es wichtig, dass die Baugesellschaft darüber informiert wird und wir versuchen bis heute noch die Kosten erstellt zu bekommen. Wir haben eine Abflussrinne installieren lassen die das Regenwasser von der Hauswand wegleitet und somit verhindert, dass Feuchte Wände entstehen. Ich hoffe mal, es wird nicht schlimmer und andere Stellen an der Wand werden mit der Zeit noch betroffen. Das kann teuer werden, wenn es zu einem größeren Schaden kommt. Danke.

  2. Vielen Dank für das Teilen dieser Informationen über Balkone. Ich möchte den Balkon meines Hauses renovieren. Ich werde nach einem Profi suchen, der mir bei der Renovierung meines Balkons helfen kann.

  3. Welche Firmen sind dafür zuständig?
    Wir haben auch das Problem das durch den Balkon die Wände nass sind.

  4. Wir haben ein ähnliches Problem an unserem Balkon. Leider sind schon seit längerer Zeit solche Abplatzungen vorhanden. Wir hoffen nun, dass wir nicht auch den ganzen Beton sanieren lassen müssen. Wir werden auf jeden Fall einen Experten zurate ziehen.

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